Gut in Form

Gartengehölz unterm Messer

Schnipp, schnapp: Jetzt geht’s dem Gehölz an den Kragen! Ein gepflegter Schnitt für Bäume, Sträucher, Stauden und Hecken sorgt nicht nur für ein gesundes Wachstum, sondern beugt auch Krankheiten vor. Bevor Sie aber zu Schere, Säge und Co. greifen und direkt loslegen, sollten Sie den richtigen Zeitpunkt abpassen: Jetzt im Herbst noch schneiden – oder doch lieber bis zum nächsten Frühjahr warten? Jedes Gewächs hat so seine eigenen Bedürfnisse – aber mit dem richtigen Know-how wird der Rückschnitt zur erfolgreichen Pflegemaßnahme. Damit Ihr Garten in Topform bleibt, haben wir für Sie ein paar astreine Tipps zusammengestellt.

Das richtige Werkzeug

Ob Zierstrauch, Obstbaum oder Hecke – für einen sauberen und gesunden Gehölzschnitt ist das richtige Werkzeug entscheidend:

Messer
zum Schneiden von Rosen und Ziergehölzen
Gartenschere
für kleinere, schwächere Äste
Astschere
für stärkere, dickere Äste, auch in der Höhe
Heckenschere
für den schnellen Heckenrückschnitt
Hoch­entaster
für Formarbeiten in der Höhe
Kettensäge
wenn man sonst mit nichts mehr ­weiterkommt
Astsäge
für stärkere, dickere Äste

Tipp

Vom 1. März bis 30. September sind radikale Rückschnitte gesetzlich verboten. ­Erlaubt sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte.

Form- oder Pflegeschnitt

Der Formschnitt dient der ästhetischen Gestaltung von Pflanzen, wie z. B. bei Hecken oder Buchsbäumen. Hierbei wird die äußere Form korrigiert, ohne tief in die Pflanze einzuschneiden.

Ziel des Pflegeschnitts ist die Gesunderhaltung der Pflanze durch Entfernen von abgestorbenen, kranken oder sich kreuzenden Ästen. Dies fördert die Vitalität und verhindert Krankheiten.

      Diese Pflanzen nur mit Bedacht schneiden

      • Magnolien, Zaubernuss, Glockenhasel: Treiben aus dickeren Stämmen nicht gut aus.
      • Ziergehölze wie Zierkirschen: Krone nicht zu sehr zurückschneiden, da sie nach einem starken Rückschnitt nur ungleichmäßig austreiben.
      • Goldregen: Die beim Schnitt zugefügten Wunden am Stamm verheilen sehr langsam.
      • Nadelgehölze wie Kiefern: Nicht bis ins benadelte Holz zurückschneiden, da sie sonst nicht neu austreiben.
      Herbstschnitt

      Verblühte Sommersträucher und Hecken werden jetzt im Herbst ausgeputzt und zurückgeschnitten. Der Vorteil: Die Pflanzen befinden sich in der Ruhe­phase, was den Schnitt erleichtert.

      Frühjahrsschnitt

      Nach dem letzten Frost können Obstbäume und frühblühende Sträucher beschnitten werden. Das fördert die Blütenbildung im Sommer. Bei Stauden ist es Zeit für einen Rückschnitt, wenn Blüte und Wachstum abgeschlossen sind und sie anfangen, unordentlich und überfüllt auszusehen. 

      Schnittvarianten

      Pflanzenschnitt

      Bei jungen Bäumen werden die Triebe, die mit dem Stammwuchs konkurrieren, beschnitten und einige Leitäste gekürzt, um die Pflanze nicht zu überlasten.

      Erziehungsschnitt

      Die Pflanze wird in Form gebracht, indem Äste und Zweige entfernt werden, die die gewünschte Form der Pflanze behindern.

      Erhaltungsschnitt

      Hier werden schnellwachsende Zweige ausgebremst und krumme oder tote Äste entfernt. Das sorgt bei bereits blühenden Pflanzen für Kraft und Vitalität.

      Verjüngungsschnitt

      Gerade bei älteren Pflanzen müssen geschwächte oder schräge Zweige entfernt werden, damit jeder Strauch und jeder Ast genügend Licht zur Verfügung hat.